Aus: Der Nordschleswiger

Aktiv-Urlaub mit Galeriebetrieb

11.12.2014 | 09:52 |

Annika Mrongovius

Künstlerin Gesche Nordmann eröffnet Galeriewerkstatt in der Apenrader Fußgängerzone

Gesche Nordmann beherrscht viele verschiedene Stilarten. Sie und ihr Lebensgefährte Gerhard Pauls haben auf die geplante Urlaubsreise verzichtet, um in der Apenrader Fußgängerzone eine Galeriewerkstatt einzurichten. Foto: Annika Mrongovius

Apenrade/Aabenraa. Die nordfriesische Künstlerin Gesche Nordmann hat ihre „Galerie auf Reisen“ („Galleri på Rejse“) in der Storegade 5 (in dem ehemaligen Bianco-Schuhladen) eröffnet. Die Idee dazu ist keine Woche alt. „Letzte Woche bin ich mit meinem Lebensgefährten Gerhard durch die Apenrader Einkaufsstraße gelaufen. Wir blieben an einem leer stehenden Geschäft mit großen Fenstern stehen – eine ideale Räumlichkeit für eine Galerie“, erzählt die 54-Jährige. Spontan rief sie die Vermieterin an, die sehr entgegenkommend reagierte. Während des Gesprächs wurde das Vorhaben immer konkreter und nach einer unruhigen Nacht stand der Entschluss fest, eine Galeriewerkstatt mitten in Apenrade zu eröffnen. „Es ist Werkstatt, Ausstellung und Verkauf zugleich. Ich werde an meiner Staffelei stehen und vor Ort arbeiten, während jeder dazu eingeladen ist, meine Werke zu begutachten und bei Interesse natürlich auch zu erwerben“, erklärt Normann enthusiastisch.

In zwei Autos und Anhänger, bis oben hin beladen, hat sie gemeinsam mit ihrem Partner Gerhard Pauls in den vergangenen Tagen  zahlreiche ihrer farbenfrohen Bilder, Skulpturen, Töpferarbeiten, Drucke, Comics und Kalender aus Nordfriesland nach Apenrade gebracht. „Eigentlich wollten wir im Januar in den Urlaub fahren, aber jetzt ist alles anders gekommen. Das gesparte Geld geht für die Ladenmiete drauf. Also machen wir jetzt einen Aktiv-Urlaub mit Galeriebetrieb im geliebten Nachbarland“,  verrät die freischaffende Künstlerin.

Einen Bezug zur Region hat sie durch ihre 98-jährige Mutter, die in Apenrade zur Schule gegangen ist, wie sie berichtet: „Meine Mutter kommt aus Nordschleswig. Sie hat in ihrem Leben viel geschrieben und gemalt. Da sie immer noch viele Menschen hier kennt und andersherum auch von vielen  erkannt wird, besteht für mich einfach ein Vertrauensverhältnis zu dieser Stadt und ihren offenen Einwohnern. Es werden in den nächsten Wochen noch weitere Apenrade-Bilder entstehen.“

Die gut 100 Quadratmeter große Räumlichkeit hat Gesche Nordmann zunächst für einen Monat gemietet, allerdings mit der Option, den Vertrag zu verlängern. Während ihr Lebensgefährte kein Dänisch spricht, reichen ihre Kenntnisse aus, um sich gut verständigen zu können. Die beiden sind positiv gestimmt: „Es ist ein großes Abenteuer. Keiner weiß, was passieren und wie unsere Idee ankommen wird. Aber wir sind energiegeladen und freuen uns wahnsinnig auf die kommende Zeit. Wir hoffen auf zahlreiche Besucher, jeder ist willkommen.“

Für Gesche Nordmann ist dieses Projekt etwas ganz Neues, etwas, das sie in dieser Form noch nie ausprobiert hat. Wie es im neuen Jahr für sie weitergehen wird, möchte sie wieder spontan entscheiden. „Denkbar ist vieles. Sollte die Galeriewerkstatt gut angenommen werden, könnten wir uns vorstellen, länger zu bleiben oder sogar hier sesshaft zu werden. Möglich ist auch, dass wir weiterziehen und etwas Vergleichbares in anderen Städten versuchen. Wir werden sehen“, so die Nordfriesin.

Am heutigen Eröffnungstag erwartet jeden Besucher ein heißer Punsch. Die zentralgelegene Galerie hat zu den gängigen Geschäftszeiten der Apenrader Innenstadt geöffnet.


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