Aus: Flensborg Avis

Garde-Husaren und eine Reise in die Vergangenheit

18.12.2014 | 09:44 |

Anker Simonsen

Unter den 16 Ortsnamen auf der Fahne der Garde-Husaren steht auch der Ort Sehestedt. Dort hat die Einheit im Jahre 1813 gegen russische und schwedische Truppen gekämpft.

Drei Trompeter des Garde-Husarenregiments erschienen in Uniform; Pferde hatten sie indes nicht dabei.

Sehestedt – Gewandet in die charakteristische hellblaue Uniform mit weißem Kordelbesatz nahmen drei Mitglieder des Trompetenkorps des Garde-Husarenregiments an der Kranzniederlegung zu Ehren der dänischen Truppen teil. Diese Truppen kämpften 1813 in einem blutigen Gefecht gegen russische und schwedische Einheiten. Sehestedt ist einer von 16 Ortsnamen, die in Form von Stickereien auf der  Regimentsfahne zu finden sind, und der Name steht für jenen Ort, an dem seinerzeit blutige Gefechte ausgetragen worden sind. In diesem Jahr feiert das Regiment zudem sein 400-jähriges Jubiläum, das der Vorsitzende Carl Jürgen Bock sowie Jesper Dippe, Svend Åge Kjær und Mogens Olsen vom „Garderhusarforeningen“ in Südjütland mit einer Fahnenwache am Denkmal markierten.

Wir gedenken indes nicht nur der 17 Verwundeten, der 600 Gefallenen und Gefangenen, sondern auch der Vernichtung und Verluste, die das Dorf Sehestedt während der Kämpfe erlitten hatte“, betonte Carl Jürgen Bock nach der Kranzniederlegung an der Gedenkstätte.

Ursprünglich ist das Garde-Husarenregiment erst 1762 von Frederik V. gegründet worden. Damals drohte ein Krieg mit Russland, wo Peter Paul von Schleswig-Holstein-Gottorf gerade zum Zaren gekrönt worden war. Das dänische Heer verfügte zu dieser Zeit über keine Kavallerie, musste indes die Kosaken fürchten und bereitete sich daher darauf vor, dem Feind auf Augenhöhe begegnen zu können.

Das Regiment verschmolz mit dem dänischen Leibregiment, das von Christian IV. im Jahr 1614 gegründet worden ist, sowie mit dem Seeländischen Leibregiment. Daher feiern wir auch 400-jähriges Jubiläum“, wie Carl Jürgen Bock während der Kaffeetafel erläuterte, deren Gastgeber die Gemeinde mit der Bürgermeisterin von Sehestedt, Rita Koop, an der Spitze nach der Kranzniederlegung war.

 


 

Ein Dorf erinnert sich an seine Geschichte

 

Im Jahr 1813 kämpften dänische und schwedische Truppen zum letzten Mal gegeneinander und hinterließen eine Spur der Vernichtung – auch in Sehestedt.

 

Sehestedt – Vor nunmehr 201 Jahren bildeten das Dorf Sehestedt und seine Umgebung die Kulissen einer blutigen Schlacht. Dänischer Heerführer war damals Friedrich von Hessen, der später als Stadthalter von Schleswig die Errichtung eines Denkmals in dem Dorf nördlich der Eider finanzierte.

Am Mittwochnachmittag legte Jørgen Peter Jessen, der Aufsichtführende der dänischen Soldatengräber im südöstlichen Südschleswig, an der Gedenkstätte einen Kranz im Gedenken an das dänische Heer nieder. Auch Bürgermeisterin Rita Koop und der Vorsitzende von „Garderhusarforeningen“, Carl Jürgen Bock, hatten dort jeweils einen Kranz niedergelegt.

Die Garde-Husaren haben damals ebenfalls in Sehestedt gekämpft, wo 17 Verwundete ums Leben kamen. 17 von insgesamt etwa 600 Gefallenen und Gefangenen. Es gelang dem dänischen Heer, sich in der Rendsburger Festung zu verschanzen. Diese war das Ziel gewesen, bis das etwa 10.000 Mann starke Heer bei Sehestedt von schwedischen und russischen Truppen eingeholt wurde. Bürgermeisterin Rita Koop bezeichnet es als eine Selbstverständlichkeit, dass die Gemeinde zur Instandhaltung der Gedenkstätte beiträgt und dort alljährlich einen Kranz niederlegt.

In unserem Dorf gibt es mehrere Gedenkstätten, die an lokalhistorische Begebenheiten erinnern. Darum betrachten wir es als unsere Pflicht, sie instand zu halten“, betont Rita Koop, die sich zugleich darüber freut, dass daraus im Laufe der Jahre eine gemeinsame Tradition geworden ist.

So sei es keineswegs immer gewesen! Früher hatte man lediglich bemerkt, dass am Denkmal, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte, regelmäßig ein Kranz niedergelegt wurde. Bis der vor kurzem verstorbene Iver Kristensen vor fast 20 Jahren die Aufsicht über die Soldatengräber übernahm. Er kontaktierte die Gemeinde, wo er auf Wohlwollen stieß und auch finanzielle Förderer für eine Generalüberholung der Inschriften fand.

Unsere nächste Aufgabe wird darin bestehen, etwa 2.000 Euro für eine Renovierung aufzubringen. Im Laufe der Jahre ist der Obelisk mit einem Eisenband gesichert worden, das inzwischen verrostet ist. Hoffentlich können wir die Sanierung im nächsten Jahr vornehmen“, sagt Rita Koop.


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