Aus: Der Nordschleswiger

„Kunst kennt keine Grenzen“: Neues deutsch-dänisches Buch vorgestellt

18.12.2014 | 09:53 |

Volker Heesch

Außergewöhnliche Buchproduktion „Kunstens Spor – Spuren der Kunst“ mit Porträts von 43 Künstlern aus der Wattenmeerregion

Das neue Buch nehmen u.a. in Augenschein: (v.L.) Svend und Alice Kræfting, Hanne Sönnichsen und Niels Gunni Vase. Foto: Jane Ohlsen

Mögeltondern/Møgeltønder „Die Natur kennt keine Grenzen und die  Kunst kennt auch keine Grenzen“, stellte die Tonderner Touristikchefin Bodil Glistrup Thomsen in ihrer  Begrüßung  der Gäste bei der Präsentation der Buchproduktion „Kunstens Spor i Nationalpark Vadehavet – Spuren der Kunst im Nationalpark Wattenmeer“ fest und erinnerte  damit auch an das Motto  des EU-geförderten  Interregprojektes  Natur und Tourismus, das mit dem  außergewöhnlichen Werk „in die Hand genommen werden kann“, so Tonderns Bürgermeister Laurids Rudebeck (V).

Die  Sommerstube von Schloss Schackenburg bildete den Rahmen für die festliche Vorstellung des maßgeblich vom Fotografen Ole Mortensen  bebilderten Kunstbuches, das die 43 Künstler und  Kunsthandwerker, die  vorgestellt werden, an ihren Lieblingsorten in der Wattenmeerregion zeigt.

 Die Vorsitzende des Tønder Kunstforum, Hanne B. Sönnichsen, die in dänischer und deutscher Sprache daran erinnerte, dass „ohne die Menschen hier kein Land“ wäre, wies darauf hin, dass in den Werken der 31 dänischen und 12 deutschen  Kunstschaffenden, die sich in dem Buch vorstellen,  der Rhythmus der Gezeiten, die großartige Landschaft mit ihren klaren Linien, ihre Farben und Gerüche wahrnehmbar ist. Erworben werden kann das Buch, das in einer Auflage von 2.000 Stück gedruckt worden ist, vor allem in den Ateliers und Werkstätten der beteiligten Künstler, die man bei Streifzügen durch die Marschenlandschaft z. B. in Tondern, Ballum, Scherrebek, Havneby oder Lügumkloster antreffen kann. Auch der  Buchhandel soll es für gut 200 Kr. anbieten.

Rudebeck nannte das neue  Buch eine Einladung der Künstler und ein wichtiger Beitrag, um die großartige heimische Landschaft und Kultur mehr Menschen näherzubringen. „Wir haben es mit zwei Ländern und zwei Sprachen zu tun. Aber uns verbindet die gemeinsame Landschaft und Geschichte“, so Rudebeck und stellte fest, dass man auch eine gemeinsame Zukunft ansteuere, denn es gehe darum, mit Initiativen wie der Künstlerpartnerschaft die gemeinsamen Herausforderungen der Küstenregion zu beiden Seiten der Grenze zu lösen.

Frank Ketter, Direktor des deutschen Interregpartners Nordsee Tourismus in Husum, würdigte das Buchprojekt als Beispiel, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur im Theoretischen verhaftet ist, sondern sehr praktische Ergebnisse bringe. In der kommenden Interregförderperiode werde man weitere Vorhaben im Bereich Natur und Tourismus anpacken, denn es gebe weiter sehr großen Bedarf, die Kenntnisse über die jeweilige Nachbarschaft gerade im Fremdenverkehr grenzüberschreitend auszubauen. Der Vorsitzende des dänischen Wattenmeernationalparks, Bent Poulsen, kündigte die Bildung eines Kunstausschusses an, um den Partnerschaften zwischen Nationalpark und den Kunstschaffenden eine größere Qualität zu verleihen. Es gebe da aktuell sogar  schon eine Warteliste.

Neben bereits seit Jahren bekannten „Wattenmeerkünstlern“ wie Else-Pia Martinsen  Erz, Erik Nicolaisen  oder Günther Eckholdt sind auch Veteranen des Kunsthandwerks wie Svend und Alice  Kræfting oder Lisbeth Ihle im Buch vertreten.  Und mit dabei sind aus Nordfriesland u. a. auch Gertrud und Gesche Nordmann.  Man findet neben Web- und Wollarbeiten von Hanne Sönnichsen auch  Werke des Filz-„Malers“  Söhnke Richter und Keramik von Jytte Lysgaard, Schmuck der Goldschmiedin Anne Gudme-Knudsen oder Glaskunst von Joan Juhl Hansen.


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