Aus: JydskeVestkysten

1.500 Jahre altes Tongefäß bei Ausgrabungen entdeckt

23.12.2014 | 11:24 |

Martin Franciere

Intakt: Archäologen haben vor kurzem bei Ausgrabungsarbeiten am Rugmarken in Lügumkloster ein vollständig erhaltenes Tongefäß entdeckt. Bevor sie das Gefäß entleeren, soll es im neuen Jahr in Gramm durchleuchtet werden.

Die beiden Ausgrabungsassistenten Danny Olson und Leif Christensen hüllen das Tongefäß in eine Mull-Verpackung, bevor es nach Gramm gebracht wird, wo es nach Neujahr durchleuchtet wird. Foto: Hans Chr. Gabelgaard

Lügumkloster/Løgumkloster – Am Rugmarken in Lügumkloster wurde vor kurzem während Ausgrabungsarbeiten in Verbindung mit einer Parzellierung ein intaktes 1.500 Jahre altes Tongefäß im Erdreich entdeckt. Ein Fund, der bei der Leiterin der Ausgrabungsarbeiten, Archäologin Signe Petersen, auf Begeisterung stößt.

„Es kommt vergleichsweise selten vor, dass wir ein derart gut erhaltenes Gefäß aus diesem Zeitalter finden. Es könnte sich dabei um eine Urne mit verbrannten Knochen eines Siedlers handeln oder um ein Bauopfer in Verbindung mit einem Hausbau“, vermutet Signe Petersen. Das Gefäß hatte sich etwa 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche befunden und war daher außerhalb der Reichweite landwirtschaftlicher Maschinen.

 

Brauneisenerz

 

Archäologen bezeichnen diese Periode der  Ur- und Frühgeschichte als Ältere Germanische Eisenzeit.

Allgemein bekannt ist, dass während dieser Zeit an diesem Ort rege Aktivität geherrscht hat, da es eine dichte Besiedlung gab. In Verbindung mit ihren Grabungsarbeiten stießen die Archäologen auf Abdrücke im Erdreich von längst vermoderten Hausstühlen, Feuerstellen und Rennöfen.

„Wir haben 15 bis 16 Öfen gefunden, in denen Brauneisenerz verhüttet wurde“, erläutert Signe Petersen. Sie bezeichnet die Siedlung, die aus fünf bis sechs Höfen bestand, als „Wohnviertel der damaligen Zeit“.

Einigen Rennöfen haben die Archäologen Grasproben entnommen – Gras wurde damals zum Anzünden genutzt. Die verkohlten Strohreste werden an das Museum Moesgård bei Aarhus geschickt. Mit viel Glück können durch die Analyse der 1.500 Jahre alten Funde Erkenntnisse mit Blick auf Düngeverfahren und Nahrungsgehalt des Erdreichs gewonnen werden.

 

Alles oder nichts

 

Mit viel Glück wird auch das schwarze Tongefäß einiges über die Ältere Germanische Eisenzeit verraten.

„Der Tonkrug kann im Prinzip alles – oder nichts enthalten. Jetzt lassen wir ihn in Gramm untersuchen, wo das Gefäß durchleuchtet wird, bevor wir es entleeren“, erläutert Signe Petersen: „Im besten Fall enthält es Schmuck, den man  Göttern als Opfergabe darbrachte. Es kann allerdings auch sein, dass der Krug rein gar nichts enthält.“


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